Tinker Board – Raspberry Pi Alternative von ASUS

Hardware Hersteller ASUS hat sein Tinker Board vorgestellt und bringt damit eine neue Raspberry Pi Alternative in die Stores. Ich habe mir angesehen was das Board kann, was es kostet und warum man es sich kaufen soll oder auch nicht…

Tinker Board Raspberry Pi Alternative von ASUS

Quelle: ASUS

Tinker Board – Raspberry Pi Alternative von ASUS

ASUS ist durch seine PC Hardware bekannt und vor allem durch leistungsfähige Produkte im mittleren Preissegment (Laptops, Tablets, usw.) vertreten. Ich habe aktuell ein Convertible mit Windows 10, dass auf dem ARM Chip recht gut läuft. Für die Firma macht es Sinn das gewonnene ARM Know-How aus dem mobile Markt weiter zu forcieren. Der Ein-Platinen-Computer ist dabei nur ein logischer Schritt.

Hardware

Auf den ersten Blick wirkt das Tinker Board wie eine 1:1 Kopie vom Raspberry Pi in neuen coolen Farben. Rein vom Bild macht das Board durch aus einen wirklich guten Eindruck. Doch was steckt da an Leistung in der Hardware? Die Spezifikation liest sich wie folgt:

  • CPU
    Die zentrale Recheneinheit ist ein Cortex-A17-Quadcore-CPU von Rockchip, welcher mit 1,8 GHz getaktet ist.
  • RAM
    Der Hauptspeicher ist doppelt so groß wie beim Raspberry Pi. Das Board hat 2 GB, die man im Betrieb nutzen kann.
  • GPIO Schnittstelle
    Das Tinker Board hat unübersehbar 28 GPIO Pins die bereits farblich markiert sind. Das ist eine tolle Idee, da man ohne weitere Dokumentation sofort erkennt wofür die einzelnen Pins da sind.
  • Gigabit LAN
    Der limitierte 100 MBit LAN Anschluss ist der größte Kritikpunkt an den Raspberry Pi Modellen. ASUS hat offenbar reagiert und baut einfach ein Board mit Gigabit LAN. Damit lässt sich das Board perfekt im Netzwerk nutzen (Stichwort NAS).
  • Peripherie
    Der Rest ist ziemlich Standard: 4 mal USB 2.0, WLAN, Bluetooth 4.0 und noch einen 3,5 Klinkenstecker.

Alles weitere ist bereits vom Raspberry Pi bekannt. So zieht das Tinker Board auch Strom über einen micro USB Stecker der an einem 5 V 2 A Netzteil steckt. Das Betriebssystem wird von einer micro SD Karte geladen.

Dreiste Kopie?

Rein optisch wirkt das Board wie eine dreiste Kopie vom Raspberry Pi 3. An den richtigen Stellen hat aber ASUS die Hardware verbessert, weshalb vermutlich viele Kunden dieses Board als gute Alternative sehen. Besonders der visuelle Stil ist auffallend. Persönlich gefällt mir die farbliche Markierungen der einzelnen GPIO Pins, da man sich dadurch das nervige Nachschlagen des Pinouts erspart.

Echte Alternative?

Das Board ist in jedem Fall eine Alternative zum aktuellen Raspberry Pi 3 Board. Die Raspberry Pi Foundation bekommt dadurch etwas Konkurrenz und ist gezwungen möglichst bald mit einem neuen Raspberry Pi 4 Modell mit mehr Ram und schnellerem LAN nachzulegen. Größtes Problem für de Verkauf des Tinker Boards wird vermutlich der mehr als doppelt so hohe Preis von rund 65 € sein. Es bleibt abzuwarten in wieweit man dadurch potentielle Käufer vergrault.

Fazit

Das Tinker Board ist eine gute Raspberry Pi Alternative für alle die leistungsfähigere Hardware benötigen. Für die meiste Bastlerarbeiten mit Platinen Boards ist aber nach wie vor der Raspberry Pi mehr als ausreichend und vor allem finanziell günstiger. ASUS bringt jedenfalls neuen Wind in das Produktsegment und zwingt andere Hersteller darauf zu reagieren. Man darf gespannt sein.

Würdet ihr euch das Tinker Board zulegen? Wenn ja warum?

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6 Antworten

  1. Jürgen sagt:

    Interessant,dass jeder nur die Hardware beschreibt, aber die Treiber-Situation nicht hinterfragt.

    Wird ein Betriebssystem mit ausgeliefert? Für Anfänger ist das sehr wahrscheinlich keine Alternative, da sie Hilfe von der Community brauchen. Die ist nirgendwo so groß wie beim Pi.

    Linux und Cortex-A17-Quadcore-CPU mit einer Mali-GPU? Letzteres ist beim PINE A64 eine Katastrophe.

    Ein gravierender Unterschied zum Pi ist auch noch, dass das Board 32-Bit ist.

    Ich persönlich kaufe keine vermeintlich schnelleren Alternativen mehr. Bin zu oft auf die Nase gefallen und musste mich zu oft ärgern.

    • Werner Ziegelwanger sagt:

      danke, ein sehr wichtiger Kritikpunkt! Gerade die Hardware / Software Funktionalität ist ja der Pi allen anderen Boards überlegen. Das ist soweit ich weiß das einzige Board bei dem aktiv ein extrem gut angepasstes Linux kontinuierlich weiter entwickelt wird – zuletzt sogar mit eigenem Desktop Pixel.

  2. Ralf sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für den Bericht. Ich bleibe erst ein mal beim RasPi, da es ein bereits etabliertes Ökosystem gibt und ich noch nicht an seine Leistungsgrenzen gestoßen bin. Ich würde erst über einen Umstieg nachdenken, wenn eine SATA-Schnittstelle kommen würde, da ich doch schon die eine oder andere SDCard in die ewigen Jagdgründe geschickt habe

  3. Ralf sagt:

    das mit dem Netzwerkboot ist mir für meine Zwecke wo ich die Kisten einsetze zu „kompliziert“ (oder ich zu faul) :-). Das mit dem USB-Boot ist an mir vorbeigegangen, dass schaue ich mir mal an. Danke für den Hinweis!

  4. Anonym sagt:

    Die CPU ist (leider) 32 Bit von daher für mich absolut keine Alternative zum Raspberry Pi.

    Others may be better on paper, but the original is still the best. Paper is known to be patient.

    How many „better“ Raspberry Pi’s could get through? No one.

    Da kann Einplatinenconputer.com noch so viele SBCs vorstellen und in den Himmel loben.

    Ich hoffe dass es so langsam alle kapiert haben dass nicht jeder Raspberry Pi Konkutent automatisch besser ist.

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