VirtualBox – Netzwerkeinstellungen für virtuelle Maschine

Die Verwendung von virtuellen Maschinen mit VirtualBox ist schon seit Jahren ein wichtiges Thema in meinem Blog. Ich habe euch gezeigt wie ich mir meinen perfekten Server aufgesetzt habe und wie man Windows auf Linux oder MacOSX mit einer virtuellen Maschine verwenden kann. VirtualBox ist vor kurzem auf die Version 4.3 aktualisiert worden. Diese voranschreitende Weiterentwicklung nehme ich zum Anlass eine der wichtigsten Konfigurationen näher vorzustellen.

Netzwerkeinstellungen für die virtuelle Maschine

Was das Netzwerk angeht hat man als Administrator oft nur wenig Lust komplizierte Einstellungen zu tätigen. Die Maschine soll möglichst ohne weitere Einstellung automatisch im lokale Netzwerk sichtbar sein und nebenbei auch über den Router automatisch ins Internet können.

Man hat bei VirtualBox folgende Einstellungsmöglichkeiten:

virtualbox-network

NAT bzw. NAT-Netzwerk

Das ist die Standardoption und benötigt gar keine Konfiguration Seitens des Benutzers. Über NAT (Network Address Translation) kann das Gastsystem das Netzwerk vom Hostsystem verwenden und zum Beispiel normal ins Internet. Der große Nachteil: man kann von außen nicht auf das Gastsystem zugreifen, auch nicht vom Host! Das in Version 4.3 eingeführte NAT-Netzwerk bietet aber die Funktion, dass die einzelnen Gastsysteme untereinander kommunizieren können. Somit kann man schnell und einfach ein sicheres Subnetz aus mehreren Rechnern erstellen.

Netzwerkbrücke

Das Gastsystem hat Zugriff auf das selbe Netzwerk wie das Host System. In der Regel wird dem Gastsystem automatisch über DHCP eine IP Adresse vom Router zugewiesen. Ohne DHCP muss man selbst eine IP Adresse definieren.

Internes Netzwerk

Ein internes Netzwerk dient den Gastsystemen zur Kommunikation untereinander. Dabei können alle Gastsysteme untereinander kommunizieren welche im selben internen Netzwerk sind. Aus dem Host System kann man nicht auf die Gastsystem zugreifen.

Host-Only Adapter

Beim Host-Only Netzwerk kommunizieren die Gastsysteme mit dem Host System. Dabei kann man ein eigenes Netzwerk Interface definieren. Das erste standardmäßige Netzwerk heißt beispielsweise vboxnet0.

Einfachste Konfiguration

Für die meisten Anwendungsfälle ist die Standard Option NAT sinnvoll. Meistens ist es völlig virtualbox-natausreichend, wenn das Gastsystem abgeschottet ist und nur auf das Internet zugreifen kann.

Wir definieren also unter den Punkt „Einstellungen“ der virtuellen Maschine im Reiter „Netzwerk“ den ersten Adapter mit NAT. Starten wir nun die virtuelle Maschine, so sollten wir bereits eine Verbindung mit dem Internet aufbauen können.

Für den Test ist es übrigens egal, welches Betriebssystem man startet. Ob Windows, Linux oder MacOSX oder doch ein ganz anders.

virtualbox-host-onlyBraucht man nun doch aus irgend einem Grund Zugriff vom Host auf das Gastsystem, dann braucht man das bereits funtkionierendes Netzwerk Interface nicht entfernen und neu konfigurieren. VirtualBox bietet bis zu 4 Netzwerk Interfaces, d.h. man kann in der virtuellen Maschine bis zu 4 Netzwerkkarten verwenden.

Wir erstellen nun einfach eine neue Netzwerkkarte, den 2. Adapter. Wir nehmen in diesem Fall den Host-only Adapter. Nach einem Neustart können wir und auf der virtuellen Maschine die IP Adresse ausgeben lassen und bereits auf die virtuelle Maschine zugreifen.

Fazit

Mit der neuen VirtualBox Version ist es einfacher denn je ein schnell ein Netzwerk aus mehreren virtuellen Rechnern zu erstellen. Außerdem ist es sehr einfach die gewünschte Netzwerkfunktionalität für eine virtuelle Maschine einzurichten.

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7 Antworten

  1. Dennis sagt:

    Schöner Artikel. Schau Dir in diesem Zusammenhang mal Vagrant an – für Web-Entwickler echt cool….

  2. Gerd sagt:

    Hallo,

    schöne Sache. Könnt Ohr mal ergänzen, wie man zwei Boxen zwecks Dateientausch miteinander verbindet ?

  3. Tobias Z. sagt:

    Danke für den Artikel.
    Hilfreich für Linux VB noobs wie mich

  4. Stefan D sagt:

    Danke. Muss meinen Esxi 5.1 ersetzen und kam mit der Netzwerkkonfiguration von KVM auf ubuntu Server 14.04 leider nicht weiter. Dieser Artikel hat mir sehr geholfen, die VirtualBox auf dem System nutzen zu können.

  5. Uwe Hübner sagt:

    Das ist alles ja schön und gut! ich möcht aber mit der Virtuelle Maschine mit anderen IP auf dem Router ankommen, um dieser das Internet zu sperren, aber Lokale Netzwerk freigebe zu können. Unter linux als Gastsystem funktioniert das wunderbar, aber win10-64 macht Zicken.

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