Mein perfekter Server – Teil 1

Ich möchte euch mit dieser Artikelreihe zeigen wie ich mir meinen perfekten Server zusammengebaut habe. Ich verwende als Hardware einen HP ProLiant Micro Server den es schon sehr günstig zu haben gibt: HP MicroServer. Jedoch soll diese Anleitung auch auf einem normalen Desktop Computer mit üblicher Hardware funktionieren. Ich habe sehr viel probiert und bin schließlich zu dieser Lösung gekommen. Vielleicht ist diese ja auch für den einen oder anderen zu verwenden.

Der Server

Anbei kurz die Anforderungen an meinen Server:Server

  1. stabiles System
    Der Server soll möglichst stabil laufen und dazu möglichst wartungsfrei sein. Ideal wäre, wenn er über mehrere Jahre ohne unterbrechen läuft.
  2. dynamisches System
    Ich probiere oft Sachen aus. Ich installiere Programme, konfiguriere Skripte, lade Dateien herunter und lösche auch vieles wieder. Dies soll ohne Probleme möglich sein und nicht auf Kosten der Stabilität gehen.
  3. hybrid System
    Ich will sowohl ein fixes System haben als auch neue Installieren und deinstallieren können. Ich will nicht an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden sein.
  4. Hardwareunabhängigkeit
    Dieses System sollte nicht an eine bestimmte Hardware gebunden sein, sondern auf möglichst unterschiedlichen Systemen ausführbar sein.

Vielleicht hat der eine oder andere schon erraten worauf ich hier hinaus will. All diese Punkte sind nur über eine Virtualisierung zu erreichen. Im Prinzip sollte das auch sehr einfach sein, jedoch bin ich auf einige Probleme gestoßen und möchte hier in einer Art Todo Liste zeigen wie man selber einen solchen Server betreiben kann.

Virtualisierung

Virtualisierung ist im Grunde eine software basierte Simulation eines Computers. D.h. man kann auf einer Hardware auf dem ein System läuft eine andere Hardware simulieren. Tatsächlich kann man darauf, je nach tatsächlicher Hardware sogar sehr viele andere System simulieren. Viele Hoster verwenden heute diese Visualisierung um Kunden einen solchen virtuellen Server zu verkaufen. In einem Artikel beschreibe ich detailliert wie man ein Windows System virtualisiert. Noch kurz zur Erklärung:

  • Host System
    Das ist das Betriebssystem des Rechners, dass beim Booten des Rechners gestartet wird. Auf diesem System läuft danach die Virtualisierungs-Software. Das Hostsystem sollte möglichst schlank und schnell sein.
  • Gast System
    Das ist das System, dass man in der virtuellen Maschine installiert und gleichzeitig mit dem Host System auf dem Rechner läuft.

Schritt 1: Was benötigt man?

Der erste Schritt wollen wir uns ansehen was man alles braucht. Folgende Dinge sind notwendig:

  • Hardware: ein Rechner, am besten ein Server
    Ohne einen Rechner geht gar nichts! Ich verwende, wie bereits gesagt einen HP ProLiant Server, den es schon ab 340 € zu kaufen gibt. Im Prinzip funktioniert das aber auch mit jeder anderen PC Hardware. Wichtig ist, dass der Rechner mindestens eine Dual-Core Prozessor besitzt, damit man neben dem Host System auch ein Gast System laufen lassen kann. Je nach System sollte man auch ausreichend Arbeitsspeicher besitzen. Windows braucht zum Beispiel mehr als ein einfaches Linux. Mein Server hat 8 GB RAM. Ich denke ab 4 GB sollte man schon gut dabei sein. Zuletzt braucht man auch viel Plattenspeicher. Für ein Linux System sollte man mit mind. 10 GB pro System rechnen, bei Windows mit ca. 50 GB pro System. Ich verwende 2 Festplatten mit jeweils 2 TB Speicher.
  • Software: eine Virtualisierungs-Software
    Virtualisierungs-Software gibt es mittlerweile viele. Linux bring zum Beispiel KVM mit, welches aber für Laien relativ kompliziert ist. Ich empfehle hier Virtualbox von Oracle, welches ebenfalls Open Source und vollkommen gratis ist. Bei vielen Linux Distributionen ist es bereits über den Paketmanager installierbar. Virtualbox funktioniert auch auf MacOSX und Windows. Es gibt auch kommerzielle Software, welche in manchen Bereichen besser ist (zB wird teilweise auch die 3D Grafikkarte unterstützt, wodurch man dann auch Spiele spielen kann). Das sind zum Beispiel VMWare Fusion oder Parallels Desktop.
  • Software: ein Host Betriebssystem
    Hier ist man völlig frei in der Wahl. Linux, Windows, FreeBSD, Sun Solaris, … man kann alles installieren was man will. Wichtig ist lediglich, dass das Host System die Hardware auch optimal unterstützt. Denn wenn schon die Netzwerkanbindung beim Host nicht funktioniert, dann wird sie auch bei den Gast Systemen nicht funktionieren. Sollte man keine Mac Hardware verwenden, dann schließt sich zumindest MacOSX als Host aus.
  • Software: beliebige andere Betriebssystem
    Als Gast System kann man installieren was man will! Angefangen bei DOS bis Windows 8, von Windows 3.1 bis Ubuntu Linux 13.04. Hier kann man probieren und testen wie man Lust hat.

Im nächsten Teil geht es nun um die Wahl des richtigen Host Systems und um das Installieren und Konfigurieren dieses.

Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

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1 Antwort

  1. 8. Januar 2016

    […] vServer als auch Cloud Server sind virtuelle Rechner die auf einer Plattform gehostet werden. Wie diese aussieht ist für den virtuell laufenden Server […]

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