Raspberry Pi – Mini LCD Display

Vor einiger Zeit habe ich mir für meinen Raspberry Pi ein kleines LCD Display gekauft. Dieses wird als fertiges Paket von pi3g verkauft und wird mit Display, SD Karte mit der Firmware und einer Montageanleitung geliefert.

lcd_display4

Technische Daten

Das Display ist ein sehr einfacher Farb- LCD TFT Monitor. Für den Raspberry Pi perfekt, denn er ist in der Herstellung billig, sehr robust und braucht durch die LED Beleuchtung kaum Energie, somit kann der Bildschirm ohne weitere zusätzliche Energiequelle über einen der 5V Ausgänge der GPIO Schnittstelle versorgt werden. Das Display hat folgende technische Daten:

  • 2,8 Zoll Bildschirmdiagonale
  • 320×240 QVGA Bildschirmauflösung
  • Maße
    57 mm x 43 mm (aktives Display) oder insgesamt 82 mm x 55 mm

Verwendung

Das Display ist sehr einfach zu verwenden. Es reicht, wenn man es gemäß der mitgelieferten Anleitung zusammensteckt und wichtig! korrekt an den GPIO Port ansteckt. Danach ist das Display funktionsfähig. Mit dem Display wird auch eine eigene 8 GB SD Karte mit dem Raspbian Linux geliefert. Warum? Auf der SD Karte befindet sich ein für das Display kompilierter Kernel. Ohne diesen würde der GPIO Display Treiber fehlen und ohne diesem funktioniert das Display nicht.

display konsole

Display Treiber

Der Treiber hängt ein neues virtuelles Framebuffer Device ein, in das Linux zeichnen kann. Dieses befindet sich dann unter /dev/fb1. In der Konfiguration des modifizierten Raspbian Linux ist unter /boot/cmdline.txt folgende Eintrag zu finden:

damit wird die grafische Ausgabe für die normale Konsole auf /dev/fb1 anstatt normalerweise auf /dev/fb0 gemappt. Beim Bootvorgang wird deshalb alles auf dem Display ausgegeben. Für X11 wurde auch eine entsprechende Konfiguration für /dev/fb1 vorgenommen.

Der Treiber selbst überträgt Änderungen am virtuellen Framebuffer direkt (mittels GPIO Port) an den ILI9325 Chip auf dem Displayboard, der den Inhalt des Displays selbst ändert. Somit steuert der Treiber eigentlich den ILI9325 Chip und heißt daher auch ili9325. Den Treiber kann man hier finden.

Dieser Treiber wurde in den Kernel einkompiliert und die besagten Konfigurationen angepasst. Ansonsten ist das Raspbian identisch mit dem offiziellen.

Mit dieser Anleitung sollte es für interessierte möglich sein auch den Treiber in ein bereits bestehende System einzubringen.

display grafisch

Test

Ich habe das Display sowohl mit der Textkonsole als auch mit der grafischen Oberfläche getestet. Funktionsfähig ist das in beiden Anzeigemodi. Die Frage ist ob die Verwendung auch klug ist.

Bei der Textkonsole kein Problem. Schließlich ist Linux auch für so kleine Displays ausgelegt und man kann auch gut arbeiten. Interessant werden aber längere Kommandos.

Der grafische Desktop ist gewöhnungsbedürftig. Wie im Bild zu erkennen passen gerade mal 6 Icons auf den Desktop. Bei den meisten Dialogen macht der zu kleine Desktop zu schaffen. Oft kann man die Kommandobuttons nicht sehen. Meiner Meinung nach ist der grafische Desktop nur für speziell dafür ausgelegte Fenster sinnvoll. Man könnte ja für bestimmte Anwendungsfälle dafür Oberflächen entwickeln.

Ausblick

Das Display ist perfekt für Projekte bei denen man keinen externen Monitor verwenden möchte. Als besonderes Feature hat dieses Display auch bereits einen integrierten Touch Support. Leider ist dieser jedoch noch nicht im Treiber umgesetzt, funktioniert also noch nicht. Ich bin jedoch guter Hoffnung, dass dazu noch ein Treiberupdate kommt. Mit verantwortlich ist vermutlich der Erfolg dieses Displays!

(Visited 4.951 times, 4 visits today)

Das könnte auch interessant sein...

18 Antworten

  1. Vielen Dank für die Anleitung

    Leider habe ich auf der besagten Website von pi3g keine Möglichkeit gefunden das Display-Kit zu bestellen.

    • ich will ja jetzt keine Werbung machen, aber pi3g betreibt unter http://shop.pi3g.com einen Shop. Dort gibt es unter anderem auch das Display Kit.

      • Hallo Werner,

        es gibt von Adafruit noch eine Alternative:

        PiTFT Mini Kit 320*240 2.8″ TFT+Touchscreen for Raspberry Pi

        http://www.adafruit.com/product/1601

        MfG Pofoklempner

        • hey, ja das kenne ich ABER: das muss man 1. selber zusammenlöten und 2. hast du schon mal was von Adafruit bestellt? Ich denke die haben ziemlich hohe Versandkosten. Außerdem ist das bei amerikanischen Shops immer ein Problem mit dem Zahlen, wenn nicht zufällig Paypal angeboten wird.

          • Hallo Werner,

            ja, beim Löten muss man schon wissen, an welchem Ende man den Lötkolben anfassen muss. Das Display hat aber einige Vorteile, denn die Steuerung geht über SPI. Außerdem sind Steuertasten vorhanden und der GPIO-Port zusätzlich heraus geführt. Außerdem wird das Display direkt auf den GPIO-Port gesteckt. Natürlich hat Adafruit PayPal. Die Transportkosten und die Zuverlässigkeit sind dagegen negativ zu werten. Mit einigem Zeitaufwand habe ich aber bisher alle bestellten Sachen in hervorragender Qualität bekommen. Vielleicht ist es aber für den einen oder anderen User eine Alternative.

            MfG Pofoklempner

  2. Heiko Eichhorn sagt:

    Ich habe seit gestern auch ein RaspberryPi mit dem Display von Adafruit. Ich konnte das Gerät auch problemlos einrichten und habe auch das Display am Laufen. Die Konsole beim Starten auf das Display legen geht auch, allerdings schaffe ich es nicht den Desktop automatisch auf das Display zu bringen. Erst wenn ich startx ausführe kommt der Desktop auf dem Display. Was
    mache ich falsch? Wo konfiguriert man das?

    • Starte mal raspi-config (sudo raspi-config in der Konsole eingeben) und stell dort ein, dass das System direkt in den grafischen Modus bootet 😉 Das sollte das Problem lösen.

      • Heiko Eichhorn sagt:

        Naja, also am Fernseher mittels HDMI lande ich ja schon auf dem Desktop. Ich will aber, dass dieser
        automatisch auf dem TFT Touchdisplay angezeigt
        wird. Und genau das geht im Moment nur mittels
        Putty und startx.
        Die Konsole kommt nach dem Start auf dem Display.
        Das ganze endet dann im blinkenden Cursor und über
        die Tastatur kann ich nichts eingeben. Nur eben per Putty. Beim Trennen der Verbindung ist dann
        auch das Display wieder tot.

  3. Michael Uhlmann sagt:

    Ich habe so ein Display rumliegen und suche die Beschaltung des Adapters. Kann jemand helfen?

    • Michael Uhlmann sagt:

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Steht ja in der Treiberdatei. Trotzdem scheint mein Display kaputt zu sein, bleibt nur weiß.

      • Michael Uhlmann sagt:

        Gibt wohl keinen, der hier antwortet. Nachdem ich die Verkabelung nochmal neu gesteckt habe, geht es, aber seitenverkehrt und mit senkrechten Streifen über das ganze Bild. Entweder ist das Display defekt oder es fehlen noch irgendwelche Anschlüsse, z.B, warum ist CS nicht belegt?

  4. Michael Uhlmann sagt:

    Ich habe jetzt ein RPi-Display von Watterott bestellt. Ausgepackt, angesteckt, funktioniert! Die SD-Karte hatte ich schon nach den hervorragenden Anleitungen vorbereitet. Für 30 Euro ein feines Teil, vor allem bleiben einige GPIO-Anschlüsse verfügbar, da es über SPI läuft.

  5. Josef Wittmann sagt:

    Ich habe das Display bei amazon gekauft. Da liegt keine Anleitung bei. Ich finde sie leider auch nicht zum Downloaden. Wer kann mir helfen?

  6. shutdown sagt:

    Weis jemand, wo man ein image des benötigten Raspbian herunterladen kann?

  7. Walter sagt:

    Wo kann ich das Display preiswert aus der EU oder Deutschland beziehen?
    Walter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.