Raspberry Pi als Webserver

Ich zeige euch wie man den Raspberry Pi als Webserver einsetzen kann. Im letzten Artikel habe ich gezeigt wie man den Raspberry Pi mit Internet versorgt und ihn ans weltweite Netz anschließt. Der erste Einsatz ist als Webserver. Damit kann man günstig seine eigene Webseite hosten.

Raspberry Pi als Webserver

mein erstes Projekt ist den Raspberry als Webserver zu verwenden. Das erste Ziel sind folgende Dienste:

  • Apache2 als Webserver
  • PHP 5 als Skriptsprache
  • MySQL als Datenbank
  • FTP Server

Apache2

Apache ist schon seit mehreren Jahren der Standard Webserver im Internet. Obwohl immer mehr Hoster auf schnellere Dienste wie Nginx oder Lighttpd umsteigen bleibt der Apache wegen seiner Vielseitigkeit nach wie vor beliebte Alternative. Zuerst müssen wir sichergehen, dass es eine Benutzergruppe für den Webserver gibt:

Normalerweise ist dies aber nicht notwendig.

Danach kann der Apache über den Paketmanager ganz einfach installiert werden:

Fertig. Die Eingabe von localhost im Browser am Raspberry Pi sollte zur Bestätigung noch eine Meldung ausgeben.

Raspberry Pi als Webserver

PHP 5

Php 5 kann auch ganz einfach über den Paketmanager installiert werden:

Mehr ist hierfür eigentlich gar nicht notwendig. Für den Einsatz im Serverbereich kann man für PHP noch zahlreiche Pakete nachinstallieren:

MySQL

MySQL ist quasi der Standard wenn es um Datenbanken für Webserver geht. Ich persönlich verwende lieber PostgreSQL.

Während der Installation wird noch das root Passwort für die Datenbank abgefragt.
Um Probleme zu vermeiden sollte nun einmal neu gestartet werden. Ich wollte diesen Punkt übergehen und bekam ständig die Fehlermeldung: ‚paket mysql-server-5.5 ist noch nicht konfiguriert‘.

PHPMyAdmin

Wird folgendermaßen installiert:

Im Dialog wählen wir hier Apache2 aus.

PhpMyAdmin benötigt selbst auch Tabellen in der Datenbank. In einem Dialog wird abgefragt, ob diese Tabellen angelegt werden dürfen. Das bestätigen wir mit ‚Yes‘ und geben das neue PhpMyAdmin Passwort ein.

FTP

Um unsere Programme am Server laufen zu lassen brauchen wir auch einen FTP Zugang. Dafür installieren wir ProFTP.

Wir wählen bei der Installation den ‚Servermodus‚ aus.

Konfiguration

Für unseren FTP Server erstellen wir keine echten Unix User, sondern nur virtuelle. Dazu fügen wir in die Datei:

folgende Zeilen am Ende der Datei ein:

Nun müssen wir nur noch einen virtuellen User erstellen (in diesem Fall mit Username hansi):

Nun wirst du aufgefordert das Passwort für den FTP Benutzer einzugeben. Diese FTP Benutzer hat nun Lese- und Schreibrechte für das Wurzelverzeichnisses unseres Webservers.
Jetzt fehlen nur noch die korrekten Zugriffsrechte:

Ein Neustart vom FTP Server noch, und wir können uns einloggen und Webseiten hochladen:

Fazit

In diesem sehr umfangreichen Artikel habe ich euch gezeigt wie man den Raspberry Pi als Webserver einsetzen kann. Die Installation und Konfiguration der notwendigen Software ist recht einfach. Der Raspberry Pi kann auch alleine als FTP Server verwendet werden, eine Anleitung dazu findet sich auch meinem Blog. Mit einem Webserver kann man Webapplikationen hosten. Beispiele dafür sind RaspControl oder Serposcope. Vor allem Applikationen die nicht sonderlich Ressourcenhungrig sind funktionieren am Raspberry Pi sehr gut.

Welche Webapplikation läuft bei euch?

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7 Antworten

  1. Nobima sagt:

    Prima Tutorial, vielen Dank !

    Vor der Konfiguration des FTP-Servers kam ich mit dem User und dem Passwort auf alle Verzeichnisse des Raspberry, hatte aber kein Schreibrecht auf dem Wurzelverzeichnis des Webservers

    Nach der Konfiguration komme ich ich nur auf das Wurzelverzeichnis des Webservers und habe dort auch Schreibrechte, komme aber nicht mehr auf die anderen Verzeichnisse.
    Ich kann mich auch nicht mehr wie oben einloggen.
    Wie kann ich dies wieder ermöglichen ?

    • Hey,

      ja es war auch der Sinn des neuen FTP Users, dass man nur noch auf das /var/www Verzeichnis Zugriff hat.
      Mit dem User ‚pi‘ solltest du normal arbeiten können. Oder hast du vielleicht statt einen neuen User den Befehl ftpasswd für den Benutzer pi aufgerufen? Das wäre nicht gut, denn dort haben wir mit –shell /bin/false deaktiviert, dass der User eine Eingabeaufforderung bekommt.

  2. Nobima sagt:

    Hallo,

    habe noch einmal von vorne installiert und konfiguriert.
    Nun läuft der FTP-Server wie gewünscht.

    Danke !

  3. Jürgen sagt:

    Danke für die Tipps.
    Aber noch einige Punkte, ohne die es sonst zu Fehlermeldungen kommt.
    „Out of the box“ scheint die Maschine nicht sehr up to date zu sein.
    Daher zuallererst:
    sudo aptget update
    sonst findet der z.B. keine PHP Pakete
    Und bei der MySQL Installation muss ein sudo vor, also
    sudo apt-get install mysql-server
    ebenso bei phpMyAdmin
    sudo apt-get install libapache2-mod-auth-mysql php5-mysql phpmyadmin

    Sonst scheint alles zu gehen
    Jürgen

  4. Outy sagt:

    Hi,

    ich bin richtig blutiger Anfänger und hab bis swudo apt-get install libapache2-mod-auth-mysql php5-mysql phpmyadmin hat auch alles super geklappt. Nun bekomme ich dort aber die Fehlermeldung „E: Paket libapache2-mod-auth-mysql kann nicht gefunden werden.“

    Woran liegt das? Kann ich das noch retten? 😉 Für Hilfe wäre ich dankbar!

    Schöne Grüße

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