Banana Pi – Raspberry Pi mit Dual Core

Der Banana Pi: wenn man eine Himbeere weiterentwickelt, dann wird daraus eine Banane. Das haben sich offenbar die Entwickler des Banana Pis gedacht, denn die Banana Pi Platine ist eine Weiterentwicklung des bekannten und geliebten Raspberry Pi. Die Platine baut auf dem erfolgreichen Konzept vom Raspberry Pi auf, jedoch aber mit einer moderneren Hardware. Wer also für bestimmte Anwendungsfälle einen leistungsstärkeren Raspberry Pi benötigt, der ist beim Banana Pi genau richtig.

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Banana Pi mit mehr Leistung

Ein großer Kritikpunkt beim Raspberry Pi war seit jeher die doch eher dürftige Hardware. Ein 700 MHz single Core Prozessor war schon zum Entwicklungszeitpunkt bei mobilen Geräten veraltet. Aus diesen und anderen Überlegungen ist der Banana Pi entstanden, ein Versuch eine ähnlich kompakte Platine mit dem bisschen Mehr an Leistung anzubieten.

Was hat der Banana Pi für Hardware Spezifikationen?

Im Grunde ist die Platine rein optisch nahezu ident aufgebaut. Augenscheinlich sind einige kleinere Änderungen, wie zum Beispiel der neue SATA Ausgang und die neuen zusätzlichen GPIO Pins. Ansonsten ist alles beinahe unverändert. An der Hardware ist folgendes neu:

  • Dual-Core CPU
    endlich gibt es eine Platine mit einem Dual-Core Rechner. Dieser ist dank Lastenverteilung deutlich performanter als am Raspberry Pi, was sich  auch gleich bei der Benutzung des Betriebssystems auffällt. Alles wirkt viel flüssiger.
  • 400 MHz GPU
    weiters ist auch die GPU leistungsfähiger. Mit 400 MHz Rechengeschwindigkeit spürbar und sie unterstützt sowohl OpenGL 2.0 als auch 1.1.
  • 1 GB DDR3 SDRAM
    endlich ausreichend RAM, so wird der Betrieb eines kleinen Webservers auch einfacher. Vor allem die Zugriffszeit ist viel schneller.

Neben der besseren Rechenleistung hat der Banana Pi wie bereits erwähnt auch neue Anschlüsse. Folgendes ist neu beziehungsweise unterscheidet sich vom Vorgängermodell:

  • IR-Empfänger
    endlich hat die Platine einen eingebauten IP-Empfänger. Für all jene die RaspBMC verwenden eine gute Nachricht. Man kann nun sein Mediencenter mit einer normalen Infra-Rot Fernbedienung fernsteuern. Ein Feature, dass man am RPi vermisst!
  • GBit Ethernet Anschluss
    mit dem GBit LAN Anschluss kann man die Platine besser als Webserver verwenden, auf jeden Fall ist die Verbindungsgeschwindigkeit im eigenen LAN Netzwerk besser, sofern man über ein GBit Netzwerk verfügt.
  • SATA Anschluss
    eine weitere wichtige Neuerung. An diesem Anschluss kann man nun bis zu 2 TB große Festplatten anschließen. Ideal also um ein NAS zu betreiben oder die Speicherkapazität vom Betriebssystem zu erhöhen
  • eingebautes Mikrophon
    neben dem Audioanschluss gibt es nun auch ein Mikrophon. Audio-Aufnahmen steht so nichts im Weg.
  • zusätzliche GPIO Pins
    wer viel mit der GPIO Schnittstelle arbeitet freut sich sicher über neue Pins!
  • 3 Tasten
    es gibt nun auch am Board Testen. Man kann das Board nun auch ein-/ausschalten oder resetten. Eine Option die man am Raspberry Pi oft vermisst.

banana-pi-raspberry-piDie Software

Da dieses Board mehr Rechenleistung hat, kann man auch andere Systeme darauf laufen lassen. Neben den üblichen Linux Distributionen die am Raspberry Pi lauffähig waren sind nun auch Ubuntu und Android erhältlich. Somit hat man noch mehr Auswahl bei der Software.

Worauf man achten muss

Der Banana Pi ist dem Raspberry Pi sehr ähnlich, jedoch nicht zu diesem kompatibel. Was heißt das? Eigentlich funktioniert mit dieser Platine alles wie gewohnt. Das Board ist aber aufgrund der unterschiedlichen Anschlüsse etwas anders konstruiert, passt deshalb nicht in die meisten Raspberry Pi Gehäuse hinein. Auch bei der Software gibt es einen kleinen, aber durchaus wichtigen Unterschied. Die SD Karten benötigen ein spezielles Banana Pi Image, weshalb die Raspberry Pi formatierten SD Karten nicht funktionieren!

Ein wichtiger Grund warum man doch den Raspberry Pi benutzen sollte ist der Stromverbrauch. Der Raspberry Pi ist mit seinen 750 mA wirklich ein Stromsparmeister. Der Banana Pi braucht im Vergleich dazu deutlich mehr: 1,7 A. Im Vergleich zu PCs oder Server natürlich immer noch sehr wenig.

Fazit

Der Banana Pi ist eine gute Alternative zum Raspberry Pi. Ob sich der Kauf auszahlt ist hauptsächlich eine Frage der Nutzung. Als Homeserver ist er meiner Meinung nach besser geeignet als der Raspberry, aber nur wenn man diesen auch halbwegs auslasten kann. Rechenintensive Anwendungen wie beispielsweise als Mediencenter laufen damit einfach besser. Im Allgemeinen würde ich den Banana Pi überall dort einsetzen wo es zu Benutzerinteraktion kommt (beim Mediencenter, als Webserver/Fileserver, usw.) und überall dort wo nicht so viel Rechenkapazität nötig ist den  Raspberry Pi (Controlling, Home Automatisierung, Netzwerküberwachung, usw.).

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1 Antwort

  1. Nico sagt:

    Hallo!

    Wer den Banana Pi als Homeserver einsetzt, sollte sich einmal Bananian Linux ansehen. Ein minimales Debian 7 armhf Image, welches genau für diesen Einsatzbereich geschaffen wurde!

    Details und Download unter: http://www.bananian.org/

    Gruß,
    Nico

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