Raspberry Pi – Torrent Client

Der illegale Handel mit Filmen und Musik ist trotz rechtlichen Schritten gegen Filesharer und Schließung ganzer Webportale immer noch ein großes Thema im Internet. Der Kampf Pirat gegen Content Mafia wird uns auch die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte begleiten. Kürzlich wurde der Source Code von ThePirateBay veröffentlicht, seitdem kommen täglich weitere PirateBay Klone online. Filesharing boomt wie schon lange nicht mehr! Ich zeige euch wie ihr den Raspberry Pi nutzen könnt um euch Dateien über das Torrent P2P Netzwerk herunterzuladen.

Torrent Client installieren

Um am Filesharing teilzunehmen benötigt man nicht viel. Einen Rechner der möglichst immer online ist, genug Speicherplatz und ein Torrent Client Programm. Der Raspberry Pi ist dafür die erste Wahl, vor allem weil er sehr stromsparend ist und im laufenden Betrieb quasi nichts kostet. Der größte Nachteil am Raspberry Pi ist der auf der SD Karte sehr begrenzte Speicher. Glücklicherweise können wir diesen über einen angesteckten USB Stick oder eine angeschlossene externe Festplatte erweitern Perfekt wäre ein NAS, dass wir im Heimnetzwerk ansteuern können.

In meinem Versuchsaufbau verwende ich mangels anderer Hardware einen USB Stick. Dieser dient im ersten Schritt als Speichererweiterung. Später einmal soll dessen Arbeit ein mehrere Terabyte großes NAS ersetzen.

Installation

Wir installieren uns auf einem Raspberry Pi mit Internetverbindung ein Torrent Client Programm. Ein aktuelles Linux Standardprogramm ist deluge. Für dieses gibt es mehrere Ausprägungen. Wir installieren sowohl den deluge Daemon als auch ein Konsolenprogramm, eine Oberfläche für den grafischen LXDE Raspbian Desktop und eine Weboberfläche.

Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man das Programm deluge am Raspberry Pi nutzen kann:

  • deluge-console
    das Konsolenprogramm. Dieses Konsolenprogramm benötigt etwas Einarbeitungszeit und ist für Anfänger nicht zu empfehlen. Es ist aber recht gut zu brauchen, wenn man keinen grafischen Desktop am Raspberry Pi verwendet. Das heißt es ist kein Bildschirm angeschlossen oder kein VNC Server installiert.
  • deluge-gtk
    das ist das grafische Programminterface, welches am Raspbian Linux Desktop läuft. Man findet es nach der Installation im Startmenü unter dem Kategoriepunkt Internet.
  • deluge-web
    das ist eine Weboberfläche und orientiert sich beim Design am Desktop Programm. Diese Weboberfläche ist eine bessere Alternative gegenüber dem Konsolenprogramm.

deluge-console

Das deluge Konsolenprogramm setzt einen laufenden deluge Daemon voraus. Diesen startet man mit folgendem Befehl:

Sollte alles korrekt funktioniert haben bekommen wir die Eingabeaufforderung zurück ohne weitere Ausgabe. Der Daemon läuft nun im Hintergrund. Sollte es Probleme geben, dann würden Fehlermeldungen erscheinen. Mit dem Daemon alleine fangen wir noch nicht viel an. Wir brauchen nun noch ein Programm mit dem wir interagieren können. Ein sehr einfaches und nützliches Programm ist das deluge Konsolenprogramm. Das kann man ohne grafischen Desktop verwenden. Es wird wie folgt gestartet:

Ich gehe in diesem Artikel nicht weiter auf das Konsolenprogramm ein. Es sei nur erwähnt, dass es existiert und gegebenenfalls mit etwas Einarbeitungszeit auch sehr gut verwendet werden kann.

deluge-gtk

Für Anfänger am besten geeignet ist das grafische Programm von deluge. Dieses kann zwar auch den Daemon enutzen, zeigt aber eine Fehlermeldung beim Start, sollte dieser bereits laufen. Für einen problemlosen Betrieb benötigen wir den Daemon nicht. Es wurde bereits mit dem Paketnamen deluge-gtk mit installiert und ist deshalb im Startmenü unter der Kategorie Internet zu finden. Alternativ kann man es auch über die Konsole mit

starten.

raspberry-pi-deluge-gtk

Das Programminterface ist recht einfach uns selbsterklärend. Über den grünen Plus Button kann man so genannte Torrent Dateien hinzufügen. Diese bekommt man auf Filesharing Plattformen wie etwa ThePirateBay. Im Programmfenster werden alle aktiven Downloads aufgelistet. Neben dem Dateinamen sieht man auch die Dateigröße, den aktuellen Fortschritt und die aktuelle Download-Rate. Das Programm errechnet aus dem Durchsatz die noch verbleibende Zeit des Downloads. Dieser ist neben der eigenen Internetverbindung auch von der Anzahl an Filesharern im Netzwerk abhängig.

Über den roten Minus Button kann man Torrents wieder entfernen. Diese kann man mit oder ohne Daten auf dem Rechner löschen. Es muss einem bewusst sein, dass ein Torrent nicht nur heruntergeladen wird, sondern parallel auch mit anderen Usern im gleichen Netzwerk geteilt wird. Man ist somit immer sowohl Down- als auch Uploader. Genau diese Tatsache ist rechtlich oft ein Problem und kann zu Strafen führen.

deluge-web

Falls man am Raspberry Pi keine Ausgabegeräte angeschlossen hat und sich auch nicht über VNC Verbinden kann oder will, dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit. deluge bietet auch ein Webinterface an über das man die gleichen Funktionen verwenden kann wie im Programm für den grafischen Desktop. Das Webinterface haben wir mit deluge-webui bereits mit installiert. Gestartet wird es mit folgendem Befehl:

Das Webinterface kann man am Raspberry Pi im Browser mittels localhost:8112 erreichen. Alternativ auch von einem externen Rechner, wobei man localhost durch die IP Adresse des Raspberry Pis ersetzen muss. Das Webinterface ist durch ein Passwort geschützt. Standardmäßig ist dieses mit „deluge“ eingestellt und sollte nach dem ersten Login geändert werden!

raspberry-pi-deluge-web

Das Interface orientiert sich stark am Desktop Programm und funktioniert genau so, deshalb erspare ich euch weitere Einzelheiten dazu.

Wichtiger Hinweis

Filesharing ist rechtlich eine Grauzone und in manchen Ländern sogar illegal. Jeder der es betreibt sollte sich dessen bewusst sein. Alle Beispiele in diesem Artikel wurden nur zur Demonstration der Software erstellt. Es wurden auf diesem Weg keine Filme oder Musik heruntergeladen.

Fazit

Filesharing boomt zuletzt dank der gesteigerten Aktivität der Rechteverwalter. Mit jeder geschlossenen Filesharing-Plattform kommen weitere neue hinzu. Gerade die Veröffentlichung des Source Codes der berüchtigten The Pirate Bay Webseite lässt eine Unzahl an Klonen wachsen. Die Content Mafia begreift bis heute nicht, dass diese Tauschbörsen nicht das Problem sind und bleibt weiterhin mit ihren mittelalterlichen Ansichten zum Urheberrecht treu. Solange es Filme nicht weltweit gleichzeitig in akzeptabler Form käuflich zu erwerben gibt (zum Beispiel über ein Streaming Netzwerk ala Netflix), so lange wird es noch Torrent Dateien und illegales Filesharing geben. Spannend bleibt wie lange das noch dauern wird.

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4 Antworten

  1. Thomas sagt:

    Hallo,
    Danke für die Anleitung. Man hätte als Beispiel ja auch z.B. Ubuntu-Images o.ä. verwenden können.

  2. Sascha sagt:

    Hi,

    danke für die tolle Anleitung.
    Jedoch habe ich festgestellt, dass im Deluge Web Interface, über Firefox, ich keinen Torrent erstellen kann. Die Option „Create“ ist grau hinerlegt und kann nicht bedient werden. Gibt es eventuell eine Möglichkeit?
    Danke

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