Raspberry Pi Gehäuse aus dem 3D Drucker

Ich präsentiere euch mein erstes Raspberry Pi Gehäuse aus dem 3D Drucker! Der Weg dahin war kein einfacher, umso mehr bin ich froh, dass ich nun endlich das erste Objekt problemlos drucken konnte. In dieser Artikelserie zeige ich euch wie ihr einen 3D Drucker Bausatz zusammenbaut und ein 3D Modell eines Raspberry Pi Gehäuse zu einem echten, aus Plastik gedrucktes physisches Objekt wird. Es ist recht zeitaufwendig da hin zu kommen, ist aber erst alles eingerichtet laufen die 3D Modelle wie aus dem Laufband aus dem Drucker. Fertige Raspberry Pi Gehäuse gibt es käuflich zu erwerben, mit dem Drucker kann man diese aber perfekt an die eigenen Bedürfnisse (z.B. Zusatzboards, Zugriff auf GPIO Schnittstelle, …) anpassen.

Raspberry Pi Gehäuse

Raspberry Pi Gehäuse aus dem 3D Drucker

Ich habe einen Prusa i3 3D Drucker Bausatz für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Der Bausatz ist mit 180 € extrem billig. Vergleichbare 3D Drucker für Endkunden kosten oft mehr als das Dreifache. Das Problem an einem Bausatz ist, dass der Drucker wirklich in lauter Einzelteilen kommt und man benötig ein paar Stunden Zeit um diesen korrekt zusammenzubauen. Man muss nicht nur aufmerksam die einzelnen Schritte nachmachen, sondern benötigt ebenfalls ein wenig Erfahrung mit Elektrotechnik. Man muss zwar nichts löten, jedoch ist es essenziell, dass man alle Kabel korrekt verlegt und bei einem Problem mit einem Multimeter prüfen kann.

Ersteindruck

Mein Drucker kam direkt aus China und ich musste dafür sogar noch Zollgebühr zahlen. Das Paket war nicht sehr vertrauenerweckend, bestand es doch aus einer Kartonschachtel in der in drei Styroporschalen die Einzelteile lagen. Das Ganze war mit übermäßig viel Folie umwickelt und mit Klebeband verklebt. Es gab auf der Packung nirgends wo eine Grafik des fertigen Modell oder eine Modellbeschreibung. Als „Anleitung“ lag lediglich ein Zettel mit einem Foto des Boards bei, dass englische und kyrillische Beschriftung hatte. Auf der Rückseite waren drei oder vier Youtube Shortlinks abgedruckt. Das Paket sah aus, als hätte jemand ein paar Einzelteile verpackt und verschickt. Ich dachte mir nur…oje, wenigstens war der nicht so teuer.

3d Drucker zusammenbauen

Omni A8 3D Printer

Ich habe gleich das erste Youtube Video gestartet und da wird Schritt für Schritt gezeigt und mit gebrochenem Englisch erklärt wie man die Einzelteile zusammenbaut. Eigentlich ganz nett. Das Video beginnt mit einem Funktionstest der elektrischen Bauteile (Netzteil, Board, Motoren) und da war ich vom Netzteil geschockt. Man musste dort selbstständig das Kabel für die Steckdose anschrauben, von außen wirkte es nicht vertrauenerweckend und würde wohl bei einem TÜV Test durchfallen…so zumindest mein erster optischer Eindruck. Nett war, dass Werkzeug dabei war. Man braucht eigentlich gar kein zusätzliches, wobei die Qualität des Schraubenziehers nicht so gut ist. Ich habe dann begonnen den Drucker Schritt für Schritt wie im Video nachzubauen. Ein paar offensichtliche Fehler des Videos habe ich vermieden. Es wird beispielsweise das Gerüst des Druckers zusammengeschraubt, ohne dass man zuvor die Schutzfolie der Plastikteile entfernt…ein schwerer optischer Fehler, sieht der Drucker ohne Schutzfolien extrem gut aus.

Zusammenbau

Insgesamt habe ich wahrscheinlich 3-4 Stunden benötigt. Manche Stellen muss man sich im Video mehrmals ansehen um genau zu verstehen was gemeint ist. Beschriftungen sind oft nur ganz kurz zu sehen, obwohl die wichtig sind, damit man bei optisch gleichen Bauteilen mit unterschiedlichen Maßen die richtigen verwendet. Irgendwie sind am Schluss trotzdem ein paar Schrauben übrig geblieben…naja. Am langwierigsten ist am Ende das Verkabeln, muss man ja darauf achten alles korrekt anzustecken und dafür sorgen, dass sich der bewegliche Extrudor auch nicht mit den Kabeln erhängt.

Irgendwann war es dann aber doch soweit und ich habe mich getraut den Stecker in die Steckdose zu stecken. Interessanterweise hat der Drucker wie auch der Raspberry Pi keinen ein/aus Schalter. Sobald Strom da ist laufen die Lüfter und das Display wird Blau…das Drucker Betriebssystem startet und zeigt auch gleich diverse Informationen von den Sensoren an. Unglaublich aber wahr, die fragile Verpackung und die zig Einzelteile haben ein technisches Gerät ergeben und es scheint normal zu laufen. Der Drucker sieht schön aus, man könnte sich den auch ins Wohnzimmer stellen. Ob er auch drucken kann?

Omni 3d Printer

Fazit

Das sind also meine ersten Eindrücke und Erfahrungen meines neuen 3D Druckers. Der 3D Drucker war extrem günstig und musste selbst zusammengebaut werden. Obwohl mein erster Eindruck weniger gut war, kann ich euch doch berichten, dass er druckt. Sogar sehr gut, aktuell läuft er fast im Dauerbetrieb. Alternativ kann man sich auch ein Gehäuse aus Karton basteln.

Im nächsten Artikel zeige ich euch wie man damit ein Raspberry Pi Gehäuse druckt und worauf man alles achten muss. Es wird auch wieder ein Gewinnspiel geben…

Habt ihr einen 3D Drucker? Plant ihr eine Anschaffung? Wäre interessant zu wissen, ob das Thema für euch interessant ist, denn dann würde ich öfter darüber schreiben.

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4 Antworten

  1. Schappenberg sagt:

    Der Drucker sieht für den Preis ganz passabel aus, wäre interessant wie du mit der Druckqualität an sich zufrieden bist. Die Ausnehmung für die Audiobuchse vom RasPi sieht ja nicht 100%-ig rund aus oder täuscht das Foto? So ein 3D Drucker wäre schon interessant, ich bräuchte auch ein RasPi Gehäuse, allerdings mit Aufnahme für ein Lochraster für ein Eigenbauprojekt. Aber da fangen da die Probleme (die Arbeit) an: zuerst muss so ein Gehäuse ja einmal konstruiert werden bevor es gedruckt werden kann, dann sollte die Druckqualität auch einigermaßen ansehnlich sein, …

    • Werner Ziegelwanger sagt:

      Ich habe zum Vergleich auch einen 500 € teuren Drucker der erstens mehr Probleme macht und 2. auch ein Prusa i3 ist, mit dem selben Material druckt und die gleiche Druckqualität hat. Ich glaube das Foto täuscht, das Case ist millimetergenau, d.h. ich muss das Board reindrücken und es hält. Aktuell drucke ich noch weitere, mal sehen ob die Qualität dort auch passt. Im nächsten Artikel zeige ich weitere Details wie ich zum fertigen Case gekommen bin, ich werde da noch ein paar Detailfotos liefern.

  2. Dmitriy sagt:

    Das Thema ist sehr interessant. Ich wollte mir schon seit langem mal einen anschaffen aber mit Azubi Geld bekommt man das nicht so schnell hin 😀
    Würde mich über weiter Beiträge zu dem Thema freuen!

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