Raspberry Pi – IP Scanner Teil 2

Im letzten Teil habe ich bereits nmap als IP Scanner vorgestellt. In diesem Artikel stelle ich euch zwei weitere IP Scanner für den Raspberry Pi vor und zeige wie man diese installiert und verwendet. Weiterführende Informationen zum Thema Netzwerktechnik findet man in Fachliteratur im Handel.

arp-scan

Das Programm arp-scan heißt so, weil es ARP Pakete an alle möglichen IP Adressen sendet und deren Antwort darstellt. Es ist im Gegensatz zu nmap noch etwas einfacher zu bedienen und auch ein wenige schneller in der Ausführungszeit. Ganz besonders ist, dass es automatisch die Netzwerkeinstellungen erkennt und so nicht zwangsläufig Informationen vom Benutzer über Parameter benötigt. Installiert wird das Tool folgendermaßen:

Die Installation dauert am Raspberry Pi etwas, da neben dem Programm auch zahlreiche zusätzliche Bibliotheken installiert werden, falls man diese nicht ohnehin bereits besitzt.

Benutzen kann man arp-scan am einfachsten über folgendes Kommando:

In diesem Modus erkennt arp-scan automatisch die Netzwerkeinstellungen und sollte korrekt funktionieren. Alternativ kann man natürlich auch wie bei nmap als Parameter die Informationen zum Netzwerk übergeben. Das funktioniert so:

Meine Tests ergaben, dass der arp-scan IP Scanner in meinem Heimnetzwerk fast doppelt so schnell zu einem Ergebnis kommt wie zuvor nmap. Das ist zwar bei einer Ausführungszeit von unter 10 Sekunden relativ egal, bei sehr großen Netzwerken wäre das aber durchaus ein Qualitätskriterium.

raspberry-pi-arp-scan

Angry IP Scanner

Angry IP Scanner ist im Gegensatz zu den beiden anderen vorgestellten IP Scannern ein Programm mit einem grafischen Interface, kann also nur mit einem grafischen Desktop wie zum Beispiel LXDE am Raspbian Linux verwendet werden.

Aktuell gibt es von Angry IP Scanner noch keine Version für ARM Prozessoren, deshalb zeige ich wie man das Programm auf einem Linux am Laptop verwendet. Es ist nicht auszuschließen, dass demnächst bereits eine für den Raspberry Pi verwendbare Version erscheint.

Der Angry IP Scanner steht in mehreren Versionen zum Download bereit. Sowohl als *.exe Datei für Windows Rechner als auch als *.deb und *.rpm Paket Datei für Linux Rechner. Zusätzlich gibt es das Programm auch als universelles *.jar Archiv, welches unabhängig vom Betriebssystem ausgeführt werden können sollte. Alle weiteren Informationen beziehen sich darauf.

Das Programm ist auch in Java programmiert und benötigt deshalb das Java Runtime Environment, welches wir folgendermaßen installieren können (falls noch nicht installiert):

Herunterladen kann man die aktuellste Version auf Sourceforge auf der Projektseite von Angry IP Scanner. Ich habe das passende *.jar Archiv heruntergeladen. Gestartet kann das Programm wie folgt werden:

Die Bedienung ist relativ einfach. Bei mir wurden die Netzwerkeinstellungen automatisch erkannt und bereits als Standardparameter festgelegt. In meinem Fall reichte also ein Klick auf Start. Nach kurzer Zeit lieferte mir das Programm folgendes Ergebnis:

raspberry-pi-angry-ip-scanner

Man beachte die Statuszeile unten. Dort kann man unter Display: Alive only die Liste nach aktiven IP Adressen filtern, ansonsten werden wirklich alle 255 IP Adressen in der Liste untereinander angezeigt.

Fazit

Wer seine Nachbarschaft im Netzwerk beobachten möchte der kann unter Linux auf zahlreiche IP Scanner Programme zurückgreifen. nmap und arp-scan laufen aktuell auch problemlos auf dem Raspberry Pi, bei Angry IP Scanner ist das vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Zu bedienen sind diese IP Scanner relativ einfach und auch ungeübte Anwender sollten recht schnell einen Überblick über ein Netzwerk bekommen können.

Kennt ihr noch weitere gute IP Scanner für Linux? Wofür verwendet ihr IP Scanner hauptsächlich?

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