Raspberry Pi Performance tuning

Der Raspberry Pi Model B hat folgende Merkmale: eine CPU die mit 700 MHz getaktet ist und 512 MB RAM die sowohl die CPU als auch die GPU benutzen können. Standardmäßig wird der RAM Speicher zwischen CPU und GPU mit 448 MB zu 64 MB aufgeteilt. Diese Standardeinstellung funktioniert, holt aber noch nicht immer die optimale Leistung aus dem Rechner heraus.

Raspberry Pi Performance tuning

Der Raspberry Pi kann über das Standard-Konfigurationstool raspi-config hoch getaktet und somit getuned werden. Das Raspberry Pi Performance tuning bringt mehr Leistung führt zu einer stärkeren Hitzeentwicklung. Aber nicht nur bei der Taktfrequenz kann man noch mehr Leistung herausholen!

Konfiguration

Konfigurieren können wir die Rechengeschwindigkeit und die Speicherverteilung über die Konfigurationsdatei config.txt welche sich im Ordner /boot befindet. Diese ist gut kommentiert und sollte selbst erklärend sein. Nach einem Neustart treten die Änderungen dort in Kraft. Wem das trotzdem noch zu kompliziert ist, der kann mit dem Tool raspi-config diese Einstellungen auch vornehmen:

Raspberry Pi Performance tuning

Memory Split

Unter dem Punkt memory_split können wir die Verteilung des RAM Speichers zwischen der CPU und der GPU (der Grafikkarte) neu einstellen. Dafür müssen wir ins Textfeld eingeben, wieviele MB vom Speicher der Grafikkarte zugewiesen werden sollen. Man sollte hier aber nicht einfach so drauf los einstellen, Sinn machen folgende Einstellungen:

  • niedrig
    Der minimale Wert von 16 erlaubt der CPU 496 MB Speicher zu benutzen. Das sollte eingestellt werden, wenn am Pi wenig über die Grafikkarte berechnet wird. Das ist der Fall, wenn zB kein Monitor angesteckt ist und der Pi nur über SSH betrieben wird. Ein Wert von 32 ist hier unüblich und bringt eigentlich nichts. Benötigt man mehr Grafikkartenspeicher, dann lieber gleich 64 MB einstellen!
  • standard
    Die Standardeinstellung von 64 MB für die Grafikkarte.
  • hoch
    128 oder 256 MB für die Grafikkarte. Das benötigt man vor allem dann, wenn Bilder ruckelfrei auf HDMI ausgegeben werden müssen. Hier sollte man aber aufpassen, dass der CPU genug bleibt und diese nicht beginnt Speicher auf die SD Karte auszulagern, denn dann wird das System sehr langsam!

Im Grunde sollte man sich überlegen: wird viel Grafik ausgegeben, dann hoch, ist kein Monitor angesteckt, dann niedrig. Ich betreibe meinen Webserver mit 16 MB Grafikkartenspeicher und seit der Umstellung ist die Performance deutlich besser!

Overclock

Unter diesem Punkt kann man die Taktfrequenz des Prozessors und des SDRAMs verändern. Standard ist hier 700 MHz ARM, 250 MHz Core und 400 MHz SDRAM und diese kann man Stufenweise bis 1000 MHZ ARM, 500 MHz Core, 600 MHz SDRAM erhöhen. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten:

  • man sollte eine neuere Version vom Raspbian System haben (min. September 2012)
    bei früheren Versionen wurde beim Übertakten nicht auf die Temperatur geachtet und so konnte es passieren, dass die CPU zu heiß wurde und aus diesem Grund kaputt ging. In der aktuellen Version wir ab einer Temperatur von 85 Grad des System heruntergefahren um physischen Schaden zu vermeiden.
  • overvolt beachten
    mehr Leistung benötigt mehr Energie. Je höher man taktet, desto weniger sollte am Raspberry Pi angeschlossen sein. Man wird sonst sehr schnell feststellen, dass Tastatur, Maus, USB Stick usw. nicht mehr korrekt funktionieren.
  • max. 50% Steigerung
    mit der maximalen Einstellung erreicht man eine Steigerung der Performance um ca. 50%. Mehr kann man nicht herausholen ohne den Computer ernsthaft zu schädigen. Vor allem im grafischen Modus wird man beim Browsen einen deutlich besser und flüssiger arbeiten können.

Wie immer gilt: zuerst nachdenken und dann übertakten. Das Raspberry Pi Performance tuning ist problemlos, dennoch: an Schäden am Raspberry Pi ist man selbst verantwortlich.

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