Webmin in der Praxis

Das Administrator Webinterface Webmin ist ein sehr umfangreiches und mächtiges Tool über das die Administration und Wartung eines Servers vereinfacht und standardisiert wird. Ich habe mir das Tool näher angesehen und zeige euch auszugsweise einige wichtige Funktionen.

Webmin in der Praxis

Im letzten Artikel habe ich euch gezeigt wie man Webmin auf dem Raspberry Pi installieren kann. Das Programm ist kein spezielles Interface für den Raspberry Pi, Webmin funktioniert mit allen Linux Rechnern. Das Programm selbst ist in Perl geschrieben. Ganz besonders gut einsetzen kann man es bei einem Webserver auf den man selbst keinen physischen Zugang hat, also einen gemieteten Server in einem Rechenzentrum. Doch auch einen Server zu Hause kann man damit gut administrieren.

Was kann Webmin?

Ein einmal eingerichtetes System kann fast ausschließlich über das Webinterface betreut werden. Das bedeutet Webmin kann sehr viel. Es bietet standardmäßig schon einen sehr großen Funktionsumfang an, für fehlende Funktionen gibt es die Möglichkeit Plugins zu installieren.

User Interface

Die Weboberfläche ist geteilt in ein Menü auf der Linken Seite des Browsers und einen Inhaltsbereich rechts daneben. Die einzelnen Funktionen sind in Kategorien eingeordnet. Diese sind:

  • Webmin
  • System
  • Server
  • Sonstiges
  • Netzwerk
  • Hardware
  • Cluster
  • Nicht benutzte Module

Die ersten Schritte

Ich gehe davon aus, dass Webmin bereits installiert ist und ihr bereits über den Browser eingeloggt seid. Das Benutzerinterface ist standardmäßig auf Englisch, deshalb stellen wir das im ersten Schritt auf Deutsch um.

Webmin Sprache ändern

Die Option dazu findet man unter Webmin->Change Language and Theme. Neben der Sprache kann man ebenfalls das Theme, also die grafische Gestaltung der Seite verändern. Die Sprache ändert sich nach einem Klick auf den Button, um auch das Menü in der neuen Sprache darzustellen sollte man die Seite im Browser neu laden.

Achtung: die Reihenfolge der Menüeinträge im linken Menü ändert sich mit der Sprache. Die einzelnen Punkte sind alphabetisch sortiert und in jeder Sprache anders angeordnet!

Konfigurationen sichern

Der wohl wichtigste Punkt ist „Sicherung der Konfigurationsdateien„. Dabei werden die Konfigurationen vom gesamten System gesichert. Also im Prinzip der /etc Ordner im Linux Dateisystem. Das ist besonders auf Servern wichtig, da diese oft geändert und angepasst wird und bei einer falschen Konfiguration kann man so schnell wieder auf das letzte Backup zugreifen. Wir sollten deshalb die Sicherung zeitgesteuert, also periodisch einstellen.

Webmin Konfiguration sichern

Logdateien prüfen

Der erste Ort an dem man nach Problemen bei laufenden Systemen sucht sind die Logs. Im deutschen Menü findet man diese unter dem Begriff „Systemprotokolle“.

Webmin Log Dateien

Module

Webmin ist in Module aufgeteilt. Tatsächlich ist es so, dass eigentlich jeder Menüpunkt einem Modul entspricht. Das bedeutet wiederum, dass das Menü nicht immer gleich aussieht. Je nachdem welche und wie viele Module installiert sind hat man mehr oder weniger Möglichkeiten zur Verfügung. Module selbst können konfiguriert werden und liefern je nach Typ eine spezielle Ausgabe oder lassen bestimmte Aktionen zu. Webmin lässt sich deshalb recht einfach erweitern und so findet man auch viele spezialisierte neue Module als Plugins. Eine Dokumentation der Standardmodule findet man auf der Homepage.

Fazit

Die Wartung eines Servers war dank Webmin noch nie so einfach. Man kann recht gut die laufenden Services administrieren ohne jemals eine Kommandozeile gesehen zu haben. Generell ist die Software jedoch kein Ersatz zur Linux Shell und soll auch nicht als solche gesehen werden.

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2 Antworten

  1. Sergej sagt:

    Hallo Werner,

    Toller Beitrag. Habe mir mal vor einiger Zeit Webmin auf meinem RasPi B+ installiert und war von der Performance ziemlich enttäuscht worden.
    Außerdem sollte man mit solchen Tools sehr vorsichtig sein, da sehr schnell mal die config Dateien „optimiert“ werden. Ich hatte z.B. schon einmal den Fall, dass eine sehr gut dokumentierte config auf einmal bis auf die Einstellungen komplett leer war.

    Für die „schnelle“ Auswertung sind solche Tools gut, aber die Konsole ersetzen die in meinen Augen nicht und schaden teilweise sogar mehr die nützen 🙂

    Lieben Gruß
    Sergej

    • das ist Geschmackssache…ich kenne einige Live Server von Firmen die über Webmin verwaltet werden. Und da liegt nicht nur eine Homepage drauf. Gerade wenn es um die Visualisierung der Auslastung geht macht Webmin Sinn.

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